Reisen mit Baby und Kleinkind: Warum das einfacher ist, als viele denken
Wenn Du zum ersten Mal mit Baby oder Kleinkind verreisen willst, kommen vermutlich direkt ein paar Fragen auf: Schreit das Baby im Flugzeug? Wo wickel ich überhaupt? Und was mache ich mit einem zappeligen Einjährigen über zehn Stunden? Kurz gesagt: Keine Panik. Reisen mit Baby und Kleinkind geht auch ohne Stress. Wirklich. Wir fliegen seit über 16 Jahren mit Kindern in allen Altersstufen und können Dir versichern – gerade Babys sind in der Regel die entspanntesten Mitreisenden. Je jünger sie sind, desto einfacher ist es.
Baby an Bord: So klappt’s auch auf Langstreckenflügen
Kinder unter zwei Jahren fliegen bei vielen Airlines kostenlos oder stark vergünstigt – ohne eigenen Sitz. Für kürzere Flüge klappt das prima. Aber: Unsere Kinder waren spätestens ab 1,5 Jahren einfach zu groß (und zu schwer), um stundenlang auf dem Schoß zu sitzen.
Ein eigener Sitz ist dann Gold wert – für das Kind UND für Deinen Rücken.
Übrigens: Bei uns hat sich bewährt, dass sich Piya auf den Flügen um die Kinder kümmert, während Rene ein bisschen Energie tankt. Der Grund ist simpel – sobald wir landen, übernimmt er wieder das Steuer. Und das im Linksverkehr. In Thailand. Ausgeschlafen durch ausländische Straßen fahren zu können ist überaus wichtig.
Das muss ins Handgepäck – unser Survival-Kit
Wir packen auf Flügen mit Baby immer:
• Einen kleinen Vorrat an Windeln – lieber zu viel als zu wenig
• Vier vorbereitete Babyfläschchen mit Milchpulver (wer stillen kann hat es da natürlich um einiges einfacher)
• Eine kleine Thermoskanne mit heißem Wasser
• Für das Kleinkind eine eigene Wasserflasche. Nicht immer wollen die Kinder warten bis die Flugbegleiter vorbei kommen können.
• Verschiedene Dosen oder Tüten mit Snacks
Die Flugbegleiter helfen gern mit kaltem Wasser für die Milchflasche aus – so ist das Fläschchen im Nu trinkbereit. Wir füllen das vorbereitete Fläschchen zu knapp 1/4 mit heißem Wasser und lassen es mit kaltem Wasser auffüllen. Für unsere Kinder hatte es so immer die perfekte Tempeatur.
An den Sicherheitskontrollen gab es damit noch nie Probleme. Nur Gläschen mit Babybrei wurden manchmal extra geprüft. Ein Sicherheitsmitarbeiter erklärte mal, dass gewisse Gläser und sogar Kinderwagen öfter Rückstände aufweisen, die bei den Maschinen Alarm auslösen. Kurioserweise wurde bei uns auch mal eine neue Packung Feuchttücher rausgezogen. Einmal ist eben immer das erste Mal.
Baby Bassinets – praktisch, aber nur für die ganz Kleinen
Wenn Du mit einem Baby unter sechs Monaten unterwegs bist und in der ersten Reihe (Bulkhead) sitzt, kannst Du bei vielen Airlines ein sogenanntes Baby Bassinet vorab reservieren – eine kleine Schlafwanne, die an der Wand vor Euch befestigt wird.
Klingt erstmal super – und ist es auch… zumindest theoretisch.
Unser zweiter Sohn war auf dem Hinflug mit fünf Monaten gerade noch „kompatibel“. Er schlief friedlich darin – allerdings auch nur, weil er beim Einlegen schon tief und fest geschlafen hat. Drei Wochen später, auf dem Rückflug, war’s dann vorbei mit der Bassinet-Romantik. In der kurzen Zeit war er einfach zu groß geworden.

Die Baby Bassinets sind eine tolle Option für kleine Säuglinge – ideal, wenn sie während des Flugs viel schlafen.
Wickeln im Flugzeug – kein Hexenwerk
Kleine Babys zu wickeln ist auf den Wickelablage in der Flugzeugtoilette noch entspannt machbar. Spätestens beim Einjährigen wird’s akrobatisch. Unser Tipp: Einfach das Kind auf den geschlossenen Klodeckel legen. Bauchmuskeln braucht es da ein wenig, da sie sich nicht komplett lang legen und an den Wänden abstützen müssen, aber es funktioniert. Immer dabei: *Wegwerf-Wickelunterlagen. Wegen Hygiene und Nerven. Die gibt es auch in niedlich und weniger klinisch blau.
Das eine Kissen, das immer mitfliegt
Wir nehmen immer die Lieblingskissen der Kinder mit – auch im Flieger. Ob das nun ein kleines *Relaxkissen mit Mikroperlen (es passt sich super dem Köpfchen und unserem Arm an) ist oder, wie bei unserer Tochter, Papas Kopfkissen (das inzwischen nicht mehr ihm gehört). Es sorgt für Kuschelmomente, besseren Schlaf und entspanntes Fliegen. Am Flughafen kommt das Kissen einfach in einen Stoffbeutel – fertig. Kissen zählen nicht als Handgepäck, zum Transport einfach in eine Stofftüte. Toll war auch das *kleine Mond Stillkissen wie man auf dem Bild sehen kann konnte es sich unser Großer richtig gemütlich machen. Mikroperlen sind nicht so starr wie starr wie Schaumstoff, so kann man die Kissen sehr gut der Umgebung anpassen.

Spielzeug, Snacks & ein bisschen Magie
Was sich jedes einzelne Mal bewährt hat: Neue *Bücher oder Spielzeuge (die keinen Krach machen!), die unsere Kinder noch nie gesehen haben. Damit sind sie oft stundenlang beschäftigt – bis das Inflight Entertainment übernimmt. Und mal ehrlich: Über den Wolken zählt keine Bildschirmzeit.
Unsere Kinder hatten nie Probleme mit dem Druckausgleich – als Baby half die Flasche, später gab es Saft. Süßen Saft gab es zu Hause selten bis sie drei waren, im Flugzeug ist es daher ein kleines Highlight.
Kleiner Tipp für Eltern mit Mitgefühl (oder Mitreisenden mit Kindern): Wir hatten immer ein zusätzliches Spielzeug (z. B. ein kleines Hot Wheels-Auto) und ein paar Snacks dabei, die wir an andere Eltern weitergeben konnten – natürlich mit Absprache. Besonders Cara hatte mal richtig Spaß daran, ihre Snacks zu teilen. So wurden alle entspannter. Das eine oder andere Autochen haben wir auch verschenkt, deswegen nehmt immer etwas mit woran die Kinder nicht hängen.
Als Eltern mit Baby und Kleinkind reisen sitzen wir alle im selben Boot. Oder Flieger 😉
Der Snack-Faktor: Kleine Leckereien, große Wirkung
Pack unbedingt Snacks ein, die Dein Kind liebt – idealerweise Sachen, die es sonst selten bekommt. Bei uns waren das:
• Gummibärchen (die Klassiker)
• *Gefriergetrocknete Früchte (superleicht, lecker – aber teuer)
• Besonders beliebt: *Gefriergetrocknete Ananas
Achtung bei Erdbeeren: Die färben fies ab. Wenn Du nicht aussehen willst wie nach einem Holi-Festival, lass sie lieber zu Hause.
Kindermahlzeiten vorbestellen
Ein kleiner, aber effektiver Tipp, wenn die Kinder einen eigenen Sitzplatz haben: Bestelle die Kindermenüs vor dem Flug online. Das bringt zwei Vorteile:
1. Sie bekommen ihr Essen zuerst.
2. Du hast Zeit, ihnen zu helfen – und danach in Ruhe selbst zu essen.
Unverträglichkeiten oder Allergien lassen sich ebenfalls direkt bei der Airline angeben. Das klappt bei den meisten gut.
Manchmal wird das Kindermenü auch liebevoll präsentiert wie bei China Airline in der Premium Economy oder Lufthansa Business Class. Und geschmeckt hat es unserer Tochter auch. Sie liebt Brokkoli!



Unsere liebsten Accessoires für Reisen mit Baby und Kleinkind
1. Cybex Libelle und GB Pockit
Der Cybex Libelle ist unser treuer Begleiter (der *GB Pockit ist fast baugleich). Beide Reisebuggys lassen sich superklein zusammenfalten und passen locker ins Handgepäckfach über den Sitzen. Sie sind leicht, wendig und perfekt für unterwegs. Liegeposition? Naja – eher halb. Aber Kinder schlafen bekanntlich in jeder Position, wenn sie müde sind.


Das Beste daran ist nicht nur, dass sie klein zusammenklappbar sind. Es gibt passende Rucksäcke für den Transport. Vor dem Boarding einfach schnell in den Rucksack und dann gibt es auch keine Nachfragen ob es wirklich klein genug ist oder Diskussionen darüber, dass man es doch abgeben sollte.
Es ist eigentlich nie ein Problem einen Kinderwagen oder größeren Buggy vor dem Boarding am Gate abzugeben. In größeren Maschinen werden sie in einer Klappe unterhalb des Cockpits verstaut und warten dann bereits auf ihre Besitzer, wenn man in die Flughafenhalle tritt. Wir mussten bisher nur in Paris auf unseren alten Buggy warten. Dieser wurde zwar am Gate abgegeben, aber dann normal verladen und alle Eltern bekamen ihre Kinderwagen erst nachdem alle Koffer auf das Band geladen wurden. Das war zwar für uns nach 13 Jahren das erste Mal, dass wir so lange auf den Buggy warten mussten, aber es war ausschlaggebend für die Anschaffung des Taschen Buggys. Urlaubszeit ist zu kostbar um sie am Kofferband zu verbringen. Besonders wenn man nur mit Handgepäck reist ist das ärgerlich am Ende doch noch (auch noch bis zum Schluss) warten zu müssen.
2. Marsupi Babytrage
Gerade in warmen Ländern wie Thailand ein Segen: Die *Marsupi Trage ist leicht, schnell angelegt (Klettverschluss!) auch für den Alltag unverzichtbar. Und sie passt in jede größere Handtasche.
Wir haben viele Tragen und Tücher durchprobiert – aber keine war so praktisch und angenehm wie die Marsupi. Und drei Kinder später ist sie immer noch sehr gut in Schuss.

3. JetKids Koffer von Stokke
Der Gamechanger für Flüge ab vier Stunden ist der *Jetkids von Stokke. Kinder können darauf sitzen und gezogen werden – und: Du verwandelst den Economy-Sitz in ein Kinderbett. Wahnsinnig praktisch. Auf der Website von Stokke findest Du auch die Liste der Airlines, die die Nutzung erlauben.



Ein Satz Wechselkleidung, ein paar Bücher und Spielsachen finden auch noch Platz. Im Deckel sind Windeln für den Flug gut verstaut.
Der beste Platz für das Kofferbett ist die Fensterseite oder in der Mitte der Mittelreihe. Wichtig: Keine Notausgänge oder Fluchtwege blockieren.
4. Beaba Koffer
Wenn das Kind keinen Schlafplatz braucht oder Ihr Business-Class fliegt, ist der *Beaba-Koffer unsere erste Wahl. Der Fahrkomfort ist ähnlich wie beim JetKids, aber mit mehr Stauraum – perfekt für längere Ausflüge. Und: Man kann den Kofferteil abnehmen und nur das Sitzteil verwenden.

Piya und Cara hatten einen Mama-Tochter Urlaub in Bangkok und der Koffer war bei den meisten Ausflügen dabei. Zum shoppen eignet er sich einfach wunderbar 😉
5. Kopfhörer & Entertainment: Don’t forget the Adapter

Eigene *Kopfhörer für Kinder sind ein Muss – die im Flugzeug sind oft zu groß und rutschen ständig. Wir setzen auf kabelgebundene Modelle und nehmen immer einen *Flugzeug-Adapter mit, denn: Viele Airlines haben immer noch den klassischen Doppelstecker.
6 . Weitere nützliche Dinge für den Urlaub
Babystulpen die kleinen Allrounder
Wir haben damals für unseren Großen einen Satz *Babylegs gekauft und seitdem war mindestens ein Paar immer mit im Baby-/Kleinkind Urlaub dabei. Die Stulpen waren besonders in Thailand praktisch, da man öfter von der Hitze in die Kälte, sprich von Draußen nach Drinnen kommt. Die Stulpen zieht man den Kleinen einfach schnell über die Beinchen oder Ärmchen und sie müssen nicht unnötig schwitzen. Bedenkt gerade bei Tragetuch-Kindern, dass der Stoff um Po und Rücken sie auch warm halten. Eine weitere Hose bzw. lange Hose in den Tropen ist etwas kontraproduktiv in der Babytrage, es wird ihnen zu warm und sie quengeln.
Auch Abends kann es auch mal kühler werden und als Moskitoschutz dienen sie auch.
Buggy Sonnensegel

Diesen *Sonnensegel fanden wir auch ganz praktisch, das Kind ist im Schatten und kann trotzdem etwas von der Umgebung sehen. Mit den Schirmen zum anklemmen konnten wir uns nie anfreunden. Nach einiger Zeit hielten sie nicht mehr wo sie sollten und waren einfach immer im Weg.
Unsere Favoriten: Die Schwimmringe
Diese *Schwimmringe sind einfach immer dabei. Mit ihnen haben die großen Jungs problemlos schwimmen gelernt. Sie reizen die Haut nicht, lassen sich auch im nassen Zustand leicht an und ausziehen und halten zuverlässig das Kind über Wasser. Je nach Können nimmt man immer ein Paar der Scheiben ab, bis die Kinder ohne Hilfe schiwmmen können. Und sie halten auch gefühlt ewig 16 Jahre später sind sie nicht hart oder porös gewoden.



Reisen mit Kleinkind ist keine Raketenwissenschaft
Mit ein bisschen Vorbereitung, den richtigen Accessoires und einem Lächeln im Gepäck wird der Flug mit Baby oder Kleinkind nicht zur Nervenprobe – sondern zur entspannten Reise.
Unsere Devise: Wenn wir entspannt sind, sind es die Kinder auch.







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